Patientinnenorientierte Therapie-Innovation aus Doxylamin und Pyridoxin schnell und langanhaltend

28.05.2024

Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Schwangerschaft, an der bis zu 85 % aller Schwangeren leiden können.1 Oft werden die Beschwerden nicht ausreichend therapiert, nicht zuletzt, weil die wenigsten Betroffenen bei leichten bis moderaten Problemen in der Praxis darüber berichten. Ab welchem Stadium Übelkeit und Erbrechen behandlungsbedürftig sind und warum Patientinnen von der Weiterentwicklung der bewährten Wirkstoffkombination aus Doxylamin und Pyridoxin profitieren können, stellte Prof. Dr. Ekkehard Schleußner aus Jena, vor.*

In Deutschland können jedes Jahr bis zu 650.000 Frauen von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft betroffen sein.2 Oft beginnen die Beschwerden noch vor einem positiven Schwangerschaftstest, erreichen ihren Höhepunkt ungefähr um Woche 10 und verringern sich meist deutlich ab der 16. Woche.1,3 Allerdings können sie bei jeder 10. Frau während der gesamten Schwangerschaft bestehen bleiben.4,5 Dabei ist die weit verbreitete Bezeichnung der „morgendlichen Übelkeit“ missverständlich, wie Schleußner erklärte, denn die Symptome können sich oft über den ganzen Tag hindurchziehen, manchmal sogar nachts. Die Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht geklärt. Es handele sich vielmehr um ein Syndrom, an dem sowohl genetische und psychologische Aspekte als auch gastrointestinale und endokrine Faktoren beteiligt sind, so der Experte.

Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft beeinflussen Schlaf und Psyche
Je nach Schweregrad können sich die Symptome negativ auf die Lebensqualität auswirken. Besonders häufig ist das Schlafverhalten betroffen, wie die Ergebnisse einer finnischen Studie6 an 1.203 Schwangeren ergaben. Beachtenswert ist die hohe Prävalenz an Schlafstörungen: 69,9 % wachten in der Nacht auf und 35,7 % waren tagsüber schläfrig. Ein weiteres Thema, das mit Übelkeit und Erbrechen assoziiert werden kann, sind Schwangerschaftsabbrüche, wie sich in einer kanadischen Studie7 herausstellte. Von den 3.201 in die Studie aufgenommenen Patientinnen brachen 108 (3 %) eine gewollte Schwangerschaft ausschließlich wegen der starken Symptome vorzeitig ab; 413 (13%) zogen diesen Schritt zumindest in Erwägung.

Schwangere aktiv in der Praxis ansprechen und aufklären
Die Herausforderung in der gynäkologischen Praxis sei es, Frauen in der Frühschwangerschaft proaktiv aufzuklären, dass es sichere und effektive Behandlungsoptionen für Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft gebe. Voraussetzung für das erfolgreiche Management sei, dass die Symptomatik frühzeitig behandelt werde, um die Progression zu einer Hyperemesis gravidarum zu vermeiden, gibt Schleußner zu Bedenken. Um die Ausprägung der Symptome messbar zu machen empfiehlt er den PUQE-Score (Pregnancy Unique-Quantification of Emesis and Nausea) mit dessen Hilfe eine Einteilung anhand der Symptome Übelkeit, Erbrechen und Würgereiz in Schweregrade (mild ≤6, moderat 7-12, schwer ≥13) erfolgt.8,9

Ernährungsempfehlungen bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft
Zu den konservativen Behandlungsoptionen gehört vor allem die Umstellung der Ernährung. So wird betroffenen Frauen empfohlen, alle 1-2 Stunden eine kleinere Mahlzeit zu sich zu nehmen. „Grundsätzlich darf die schwangere Frau essen, worauf sie Lust hat“, klärte der Gynäkologe auf. Abgesehen von Nahrungsmitteln, die in der Schwangerschaft generell vermieden werden sollten, wie Alkohol oder Rohmilchprodukte. Ferner sind kohlenhydrat- und proteinreiche Mahlzeiten indiziert. Es wird geraten, auf scharfes Essen zu verzichten, da scharfe Gewürze die Magenschleimhaut reizen und Erbrechen auslösen können. Weitere Empfehlungen beinhalten: elektrolytreiche Flüssigkeiten zwischen den Mahlzeiten zu trinken und Ruhepausen einzulegen. Außerdem können Ingwerprodukte und Akupunktur/Akupressur zur Linderung der Schwangerschaftsübelkeit beitragen.10,11

Symptome schnell und langanhaltend lindern
Die Kombination aus Doxylamin, einem Antihistaminikum der ersten Generation, und Pyridoxin, einem Vitamin-B6-Analogon, ist bisher die einzige zugelassene pharmakologische Therapie, die für die symptomatische Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft indiziert ist. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn konservative Maßnahmen nicht wirken.11,12 Seit September 2023 ist die Weiterentwicklung der bewährten und sicheren Wirkstoffkombination aus Doxylamin und Pyridoxin, XONVEA® 20 mg/20 mg mit veränderter Wirkstofffreisetzung, verfügbar.

Neuformulierung überzeugt auf mehreren Ebenen
Die Weiterentwicklung zeichnet sich durch das innovative Dual-Release-System aus: Es besteht aus einer mehrschichtigen Hülle mit 10 mg Doxylamin und 10 mg Pyridoxin für sofortige Freisetzung und schnelle Absorption, und einem magensaftresistenten Kern mit der gleichen Menge der Wirkstoffe für eine langanhaltende therapeutische Wirkung.13,14 Die veränderte Wirkstofffreisetzung führt bereits an Tag 1 zu höheren Wirkstoffspiegeln von Doxylamin und Pyridoxin im Vergleich zur bisherigen 10 mg/10 mg-Formulierung. Die Wirkstoffspiegel von XONVEA® 20 mg/20 mg werden bereits innerhalb von ca. 1 Stunde nach Einnahme erreicht.13,14

Patientinnen nehmen anfangs eine Tablette täglich vor dem Schlafengehen. Halten die Symptome an, kann die Dosis am 3. Tag auf eine zusätzliche Tablette am Morgen erhöht werden.15 Wie wichtig eine ausreichende Dosierung der Wirkstoffe für eine Symptomlinderung ist, machte Schleußner anhand von Studienergebnissen deutlich: So führte die Steigerung der täglichen Dosis von 20 mg Doxylamin/Pyridoxin auf 40 mg Doxylamin/Pyridoxin zu einer signifikanten Reduktion des PUQE-Scores von 7,48 (moderat) auf 6,06 (mild) bei den Patientinnen.16 Weitere Pluspunkte: Im Vergleich mit der 10 mg/10 mg-Formulierung nehmen Schwangere mit XONVEA® 20 mg/20 mg über einen typischen Behandlungszeitraum von 10 Wochen 137 Tabletten weniger ein. Die damit reduzierte tägliche Tabletteneinnahme von maximal 4 auf 2 kann eine Erleichterung für Patientinnen darstellen und somit die Compliance erhöhen.17

„Die patientinnenorientierte Weiterentwicklung des Präparates vereinfacht die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sowohl für Gynäkolog:innen als auch Patientinnen“, schloss Schleußner in seinem Fazit.

Pflichtangaben

XONVEA® 20 mg/20 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung
Wirkstoffe: Doxylaminhydrogensuccinat, Pyridoxinhydrochlorid. Zus.: Jede Tabl. enth. 20 mg Doxylaminhydrogensuccinat und 20 mg Pyridoxinhydrochlorid. Sonst. Bestandt. m. bekannter Wirkung: Allurarot-Aluminium-Komplex (E 129). Sonst. Bestandt.: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumtrisilicat (Ph. Eur.), Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: Hypromellose (E464), Triethylcitrat, Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1) (Ph. Eur.), Talkum (E 553b), Hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumhydrogencarbonat (E 500), Natriumdodecylsulfat (E 487), Simeticon Emulsion 30%, Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E 171), Macrogol 3350 (E 1521), Eisenoxide (E 172), Wachsschicht: Carnaubawachs. Drucktinte:gebl., wachsfr. Schellack (Ph. Eur.) (E 904), Allurarot-Aluminium-Komplex (E 129), Propylenglycol (E 1520), Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132), Ammoniak-Lösung 28% (E 527), Simeticon. Anwend.: Sympt. Behandl. von Übelkeit u. Erbrechen während d. Schwangerschaft (nausea and vomiting during pregnancy, NVP) bei schwangeren Frauen ≥ 18 Jahren, die nicht auf eine konservative Behandl. ansprechen. Einschränk. d. Anwend.: Die Komb. aus Doxylamin/Pyridoxin wurde im Falle von Hyperemesis gravidarum nicht untersucht. Gegenanz.: Überempfindl. geg. d. Wirkstoffe od. einen d. sonst. Bestandt., gleichz. Anwend. m. MAO-Inhibit. od. Anwend. v. XONVEA bis zu 14 Tage nach Absetzen der MAOIs, Porphyrie. Nebenw.: Sehr häufig: Somnolenz. Häufig: Schwindelgef., vermehrte Bronchialsekret., Mundtrockenheit, Müdigkeit. Gelegentl.: Verwirrtheitszustand, Doppeltsehen, Glaukom, Tinnitus, orthostatische Hypotonie, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeitsreak., Asthenie, peripheres Ödem. Selten: Hämolyt. Anämie, Agitiertheit, Tremor, Krampfanfall. Nicht bekannt: Überempfindlichk., Angst, Orientierungsstörung, Schlaflosigk., Reizbark., Albträume, Kopfschm., Migräne, Parästhesie, psychomotor. Hyperaktivität, Verschwomm. Sehen, Sehstörungen, Vertigo, Palpitation, Tachykardie, Dyspnoe, Bauch aufgetrieben, Abdominalschmerz, Obstipation, Diarrhoe, Hyperhidrose, Pruritus, Ausschlag, Ausschlag makulopapulös, Dysurie, Harnretention, Brustkorbbeschw., Unwohlsein. Warnhinweis: Enthält Allurarot-Aluminium-Komplex (E 129). Packungsbeilage beachten. Tabletten im Ganzen schlucken. Nicht zerdrücken, zerkauen oder zerteilen. Verschreibungspflichtig. Zul.-Inhaber: Exeltis Germany GmbH, Adalperostraße 84, 85737 Ismaning, Deutschland, Tel.: +49 89 4520529-0. Stand d. Information: Juli 2023

Ansprechpartner
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Paul Rauch
Quellen:
* Meet the Expert „Nausea und Emesis in der Gravidität“ am 14. März 2024 im Rahmen des Fortbildungskongress FOKO des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. (BVF), 14.-16. März 2024, Düsseldorf.
[1] Whitehead SA, Andrews PLR, Chamberlain GVP. Characterisation of nausea and vomiting in early pregnancy: A survey of 1000 women. J Obstet Gynaecol, 1992; 12(6): 364-369. doi: 10.3109/01443619209025932.
[2] Statista GmbH. 2023. Anzahl der Geburten in Deutschland von 1991 bis 2023. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235/umfrage/anzahl-der-geburten-seit-1993/ (letzter Zugriff: 30.04.2024).
[3] Gadsby R, Barnie-Adshead AM, Jagger C. A prospective study of nausea and vomiting during pregnancy. Br J Gen Pract, 1993; 43(371): 245-248.
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[7] Mazzotta P, Stewart DE, Koren G et al. Factors associated with elective termination of pregnancy among Canadian and American women with nausea and vomiting of pregnancy. J Psychosom Obstet Gynaecol, 2001; 22(1): 7-12. doi: 10.3109/01674820109049946.
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[14] FDA. Center for Drug Evaluation and Research: NDA 209661 Clinical Pharmacology and Biopharmaceutics Review. November 7, 2016.
[15] Fachinformation XONVEA® 20 mg/20 mg, Stand Juli 2023.
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[17] Constantine MM, Matok I, Chiossi G, et al. Determinants of adherence to delayed-release doxylamine and pyridoxine in patients with nausea and vomiting of pregnancy. Ther Drug Monit, 2012; 34(5): 569–573. doi:10.1097/FTD.0b013e31826e7997.